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Sonntag, 7. September 2008

Daffodil Day

Übrigens ist heute in Neuseeland Vatertag, wer hätte das gedacht. Wenn man sich den Wiki-Link ein wenig genauer anschaut, wird klar, dass Vatertag in allen möglichen Ländern an allen möglichen Tagen ist und alles mögliche bedeuten kann. War mir bisher nicht bewusst... wieder was gelernt.
Dann gabs letzte Woche hier noch einen Tag, den es so in Europa meines Wissens nicht gibt: Daffodil Day.
Ausgerichtet wird der Daffodil Day von der Cancer Society of New Zealand und soll dazu dienen, auf das Problem "Krebs" aufmerksam zu machen (jeder dritte Neuseeländer ist davon betroffen) und Gelder für die Forschung zur Bekämpfung von Krebs zu generieren.
Ich war letzte Woche am 29. August gerade auf dem Rückweg von einem meiner Trips zur Werkstatt eines Bekannten wegen dem WOF Ärger, den ich mit dem Auto hatte. Da der Bus sowieso über Downtown fährt, wurden noch ein paar Stunden für eine spontane Fototour in der Innenstadt eingeplant. Zu der Zeit wusste ich noch gar nicht, dass Daffodil Day war und kam mir schon irgendwie bescheuert vor, weil jeder zweite in der Stadt eine gelbe Blume an der Kleidung hatte und ich nicht den geringsten Schimmer hatte, was da eigentlich vor sich ging. Glücklicherweise gab es in der Stadt überall kleine Infostände zum Daffodil Day, wo man sich informieren konnte und nicht zuletzt natürlich auch diese kleinen gelben Blumen (daffodil = Narzisse) kaufen konnte.Vergleichbar in Deutschland ist vielleicht der Welt-Aids-Tag, aber die Teilnahmequote bei der Bevölkerung kam mir hier deutlich höher vor... wie gesagt, jeder zweite hatte so eine kleine gelbe Blume dabei und das ist wahrscheinlich noch untertrieben.

Hier noch ein paar Ergebnisse von der Fototour.
Ein paar in schwarz-weiß...





und ein paar mit soviel Farbe, wie städtische Umgebung halt hergibt. ;)







Freitag, 4. Juli 2008

Bus-Philosophen

Dass die Busfahrer in Auckland ausgesprochen nett sind, habe ich schon am ersten Tag miterleben dürfen. Eigentlich war ich bei meiner Ankunft am Flughafen ja spitzenmäßig vorbereitet, denn ich hatte extra noch die Fahrtroute des Express-Buses ausgedruckt, der uns zum Hostel bringen sollte. Die Auckländer allerdings hatten dann nichts besseres zu tun als diese mühsam herausgesuchten Routen kurzfristig komplett umzuändern, so dass ich am Flughafen dann erstmal überhaupt keinen Schimmer hatte, wie ich von da überhaupt sinnvoll wegkommen soll. Ich würde fast drauf wetten, dass die Busrouten böswillig geändert wurden, sobald ich in Hamburg in den Flieger gestiegen bin... nur um mich zu ärgern. Doch der Busfahrer einer der neuen Routen gab mir bereitwillig Auskunft und sagte sogar freundlicherweise per Lautsprecher durch, wann ich aussteigen musste, womit ich im ganzen Bus als Neuling geoutet wurde, was aber bei einem Flughafen-Express nicht weiter schlimm ist.

Generell sind die Angebote an öffentlichen Verkehrsmitteln in Auckland eher mit den Philosophen des alten Griechenland zu vergleichen: Es gibt ihrer viele, alle versprechen den kürzesten/schönsten/billigsten Weg zum Ziel und heraus kommt beim Endanwender meist totale Verwirrung. Da helfen auch freundliche Busfahrer langfristig nicht weiter. Es gipfelt darin, dass es an wichtigen Knotenpunkten wie z.B. der Hafenmeile an einer Straße ein halbes Dutzend Bushaltestellen gibt, die alle zu unterschiedlichen Buslinien bzw. Buslinienanbietern gehören.
Vielleicht wirkte das auch nur auf den ersten Blick verwirrend und es sind in Wirklichkeit nur drei verschiedene Anbieter mit mehreren Markennamen, aber es ist und bleibt nun mal verwirrend.

Ganz unabhängig davon ;) beschloss ich, hier in Auckland mal den lokalen Gebrauchtwagenmarkt unter die Lupe zu nehmen und landete beim "Backpackers Car Market", der einen vertrauenswürdigen Eindruck machte; nicht zuletzt, weil man dort anscheinend von ehemaligen Backpackern beraten wurde, die den Markt im Auge haben. Für den Gegenwert von etwas mehr als hundert Sixpacks Becks zum hier üblichen Kiosk-Preis kaufte ich von zwei frischgebackenen Abiturientinnen aus Berlin einen Nissan Avenir, mit dem die beiden sich für ein Jahr auf den Inseln herumgetrieben hatten. Etwa so einen hier.

(Quelle: cvt.co.nz)

Naja, also nicht direkt den auf dem Foto, meiner ist wohl ein wenig älter... äh, erfahrener und hat ein paar Dellen mehr und ist auch nicht weiß und hat keine getönten Scheiben und... naja, er fährt! Ich meine, wenn Euch jemand ein Foto von Jürgen Drews zeigt und sagt: "Bei dem Mann sieht man, dass der Typ gelebt hat.", dann wisst Ihr ja, was gemeint ist. So ungefähr ist das mit meinem Auto wohl auch, nur dass ich Euch ein idealtypisches Foto vorlege... alles klar? o0
Außerdem werde ich meine Auto wohl auch anders nennen müssen... Vorschläge?

Beim Autokauf hat sich übrigens auch gleich mein Erlebnis zur Kontaktscheu der Deutschen im Ausland relativiert. Ich hatten ein sehr nettes und interessantes Gespräch mit den beiden Mädels aus Berlin und habe aus erster Hand erfahren, wie das Leben als Backpacker für ein Jahr so ist.

Aber bevor ich mir den Rest der beiden Inseln hier anschaue, ist erst einmal Auckland und Umgebung dran. :)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Who likes short shorts?

Auckländer glauben nicht an fest installierte Heizungen oder angemessene Wärmedämmung eines Eigenheims. Im Normalfall müssen sie das auch nicht, denn der Wettergott (wie der hier heißt, muss ich noch erfragen... momentan hab ich anderes zu tun.^^) gewährt ihnen in mindestens sieben von zwölf vorhandenen Monaten seine volle, ungefilterte, UV-haltige Zuneigung und zwei Übergangsmonate sind so lala. Das ist eine ganz gute Ausbeute, aber schließlich huldigen sie ihm auch während der restlichen drei Monate durch das Tragen der Kleidung, die sie sonst in den anfangs erwähnten sieben Monaten tragen. Klingt verwirrend, erscheint kälte-klirrend und genau darauf läuft das auch hinaus:
Denn wie allgemein bekannt ist momentan auf der Südhalbkugel Winter und der Winter in Auckland ist in diesem Jahr besonders kalt und regnerisch, wie ich mir habe sagen lassen. Mit kalt meine ich 13°-16° und mit regnerisch meine ich keine Massen an Wasser, sondern kurze, aber unberechenbare Schauer, die am Tag schon mal so um die zwei Dutzend mal kommen und auch genauso schnell wieder gehen können. Ich, der ich eine megasportliche Windjacke mein Eigen nennen darf, würde von meinem europäisch geprägten Standpunkt aus behaupten, dass das doch zumindest von den Temperaturen her ganz aushaltbar ist für einen Winter... jaja, wenn man nicht zwecks Wintersport auf Schnee angewiesen ist aber dafür könnte man auf die Südinsel fahren... und an den Regen gewöhnt man sich auch ganz schnell... dauert ja eh nie länger als man zum nächsten Unterstand / Starbucks laufen kann.
Den größeren Teil der Auckländer kümmert dieser Umstand aber anscheinend nicht, dass es eben mindestens drei Monate im Jahr gibt, die nun mal zu kalt sind für T-Shirt und Shorts und Badelatschen bzw. Fußkastagnetten. Meistens bin ich ja derjenige, dem es immer irgendwie zu heiß ist, aber da kann ich nicht mithalten. Das beste ist: Anscheinend bestehen die Schuluniformen der Kinder hier sogar aus einem dünnen Pulli und kurzen(!) Hosen. Ich weiß nicht, ob es wirklich nichts anderes für die Schule zum Anziehen gibt oder ob da die vollherzige Wettergottesfurcht lobpreisend dargebracht wird, auf jeden Fall laufen hier extrem viele Schulkinder mit offiziell von den jeweiligen Schulen zur Verfügung gestellten Klamotten rum, bei denen mir die Stimme meiner Ma dumpf in Erinnerung schallt: "Mensch Junge, zieh Dir was an! Und hier die Mütze... und hier die Handschuhe..."

Genau aus diesen Gründen gibt es in Auckland keine festen Heizungen in Gebäuden. Es gibt elektrische Heizlüfter, die für die Übergangszeit zwischen den Sommern aus dem Schrank geholt werden. Diese Heizlüfter erzeugen dann mit teurer elektrischer Energie (auch hier sind die Strompreise in den letzten Monaten erheblich gestiegen, jeder Auckländer beschwert sich drüber) teure elektrische Wärme, die dann elektrisch durch den Raum gepustet wird und dann durch die Ritzen zwischen Wand und unabgedichtetem Fenster verschwindet. Macht aber nix, schließlich ist es eigentlich eh warm genug, dauert halt nur drei Monate, bis man es merkt.
Oder - und das ist die umweltfreundlichere Variante - die Heizlüfter werden erst gar nicht aus dem Schrank geholt und man lässt die Gäste im Hostel Tag und Nacht einfach frieren, schließlich sei es ja eigentlich warm genug, man habe ja selbst Shorts an, guck hier!

Auch wenn sich das mit den Shorts so nicht ganz im Hostel zugetragen hat, war es doch verdammt kalt dort. Aber auch recht günstig. Egal, ich wollte raus.
Glücklicherweise bescherte mir dann die Samstagsausgabe des New Zealand Herald nach Recherche und ein paar Telefonaten eine langfristig noch günstigere Alternative. Am Samstag wurde diese unter die Lupe genommen und am Sonntag ohne großes Zögern bezogen. Und dann konnte ich mir die restlichen gebuchten Tage im Hostel auszahlen lassen und bin nun Flatmate bei einem sehr netten Paar in einem ebenso netten Haus ca. sechs Kilometer entfernt von Auckland City. In Maßstäben des Ortes, in dem ich aufgewachsen bin, wäre man mit sechs Kilometern vom "Zentrum" entfernt schon drei Dörfer weiter, hier wohne ich damit aber sogar noch recht zentral. Man muss bedenken, dass es außerhalb der City kaum Häuser (und schon gar keine Wohnhäuser) gibt, die höher als zwei, höchstens drei Stockwerke sind. Die Wohngebiete um Auckland herum ziehen sich kilometerweit, denn jeder hier hat ein kleines oder größeres Holzhaus mit kleinem oder größerem Grundstück drumherum. Je nach Geldbeutel eben. Diese Bauweise beansprucht natürlich Platz. Von oben sieht das dann so aus (irgendwo da wohnen wir jetzt):

(Quelle: Google Maps)


Und von der Seite so (Blick von der Hauptstraße, dickes *daumenhoch* für die 30 Sekunden Sonnenschein, oh Wettergott):



Wenn in den nächsten Wochen mal Zeit ist, gibt es vielleicht noch eine Impression der Häuser aus der Gegend. Mal sehen, wie die Auckländer reagieren, wenn man ihren Grund und Boden fotografiert. Die Waffengesetze sind hier ja glücklicherweise etwas anders als in den USA.

Jetzt habe ich also endlich mein eigenes Zimmer und kann nach Lust und Laune elektrisch geheizte Luft zu unisolierten Fenstern hinausblasen. Der Wettergott wird es mir verzeihen... schließlich ist es ja nur - bis der Sommer wieder kommt - für drei Monate.

Sonntag, 29. Juni 2008

free smiles

Mittlerweile hatte ich ja schon den einen oder anderen Kontakt mit den Leuten, die hier so rumlaufen, oder auch mit Leuten, die momentan nicht frei rumlaufen dürfen, weil sie grad arbeiten. ;)
Eine interessante Begegnung hatte ich vorgestern (kurz nach dem suiziden Elvis... Ihr wisst schon ;) ):

Da es hier recht windig ist und alle meine in Deutschland gebliebenen Jacken entweder zu warm (und damit zu voluminös fürs Gepäck) oder zu unstylisch regenjackig sind, musste eine preiswerte Windjacke her, die auch schnell bei einem der vielen Sportbekleider ausgemacht wurde. Beim An- und wieder Aus- und wieder An- und wieder Ausziehen kam ich mit einem der Mitarbeiter des Ladens ins Gespräch, der mich dank seiner hervorragenden Menschenkenntnis aus seiner Tätigkeit im Verkauf folgerichtig als Deutschen identifizierte. Seine erste Frage galt der EM und unserer Zufriedenheit mit der Leistung der deutschen Mannschaft. Das machte mich höchst misstrauisch! Fußball ist hier in Neuseeland nämlich so was wie Baseball für die Deutschen, hab ich den Eindruck. Rugby ist hier die Sportart der Massen... doch dazu hoffentlich irgendwann später einmal mehr.
Zumindest stellte sich der gute Mann als Franzose heraus, der zuerst drei Jahre in Australien gelebt hat und nun seit einem knappen Jahr versucht, in Auckland über die Runden zu kommen. Jetzt muss ich natürlich sagen, dass er sehr offen und freundlich und interessiert war, denn es war wirklich nett, mit ihm zu plaudern, aber wenn ich so weiter darüber nachdenke, hat er mich eigentlich ganz schön zugetextet und manchmal fast gar nicht richtig zu Wort kommen lassen. Naja, immerhin war es das erste längere Gespräch mit einem Ortsansässigen hier und man muss bedenken: Der Mann wollte mir was verkaufen. Das hat er auch geschafft, also betrachte ich diese erste Kontaktaufnahme als geglückt.

Interessant finde ich folgendes: Käme ein Neuseeländer nach Deutschland, würde ein Deutscher ihn mit ziemlicher Sicherheit nur so mit Fragen über Land und Leute in Neuseeland löchern. Andersherum bin ich hier in Neuseeland mit der Lebensgeschichte meines ersten Gesprächspartners beglückt worden, ohne das Gefühl gehabt zu haben, auf Interesse seinerseits zu stoßen. Ok, eigentlich war er Franzose und zu allem Überfluss auch noch Verkäufer... aber irgendwie eigenartig ist es schon. Mal sehen, wie der Rest hier im Land so drauf ist...
Spontane Überlegung: Würde sich ein Australier, der für drei Jahre in Österreich war und danach seit einem knappen Jahr bei H&M in Hamburg arbeitet und dann einem Neuseeländer begegnet, welcher am Vortag erst in Deutschland angekommen ist und sich spontan eine Regenjacke kaufen muss, weil es nun mal regnet und er außerdem nur Bermuda-Shorts mitgenommen hat, für dessen Story interessieren?

Im Gedächtnis geblieben ist mir allerdings der Grund, den der Franzose im Sportbekleidungsladen dafür anführte, warum er nicht mehr nach Europa zurück möchte: "Smiles in Europe are too expensive, in New Zealand they are free!"
Das werde ich überprüfen.

Freitag, 27. Juni 2008

Potato wedgies

Heute war es dann soweit, ich hab es gestern ja schon fast vorhergesehen: Einer der zahlreichen Neuseeländer rennt mitten in der Stadt auf der Queen Street bei rot über die Ampel, weil er den Jackpotsound nicht mehr abwarten wollte und findet sich recht überrascht auf der Motorhaube eines ebenso überraschten Nissanfahrers wieder, der den Jackpotsound auch nicht hören konnte weil erstens nicht die Fußgängerampel grün war und zweitens seine Reifen eh zu laut dafür gequietscht hätten. Ihm schien aber gerade wenig genug passiert zu sein, dass er mit einer coolen Abrollbewegung wieder auf die Füße kam und seine Kumpels anweisen konnte, doch noch schnell ein Handyfoto vom Nummernschild des zweiten Unfallpartners zu machen bevor die ganze Gruppe dann die nächste Straße überquerte... bei rot natürlich. Wozu auch immer diese Leute das "Beweisfoto" verwenden werden, meiner Meinung nach können sie froh sein, nicht gleich in der Gruppe vom Laster erwischt worden zu sein, der in dem Moment einige Meter weiter hinten zum Stehen kam. Dann hätte es ganz GTA-mäßig geheißen: "Elvis has left the building!"

Auf den Schreck bin ich dann erstmal was essen gegangen. An die vielen asiatischen und pazifischen Äquivalente der in Deutschland so bekannten und nachts am Wochenende besonders geschätzten Dönerbuden habe ich mich allerdings (noch) nicht herangetraut. Stattdessen landete ich in einem netten Bistro (siehe Foto), wo man für sehr gute vier Euro einen ganzen Haufen knuspriger Kartoffelecken (in der Konstanzer Uni-Mensa hießen die Dinger übrigens "country potatoes"; die hatten mit meiner heutigen Kost aber auch nur die Form gemeinsam, wenn man nicht so genau hinschaute) - mit reichlich Käse und Schinken überbacken - verspeisen durfte. Hier in Auckland - und wahrscheinlich auch überall sonst - nennt man die Dinger "potato wedges", was unvorteilhaft übersetzt soviel bedeutet wie "Kartoffelkeile". Leider hatte ich mich gedanklich ein wenig auf den Begriff der Kartoffelecken eingeschossen, so versuchte ich mich beim Essen in der hohen Kunst des small talks und bemerkte zu meiner Begleitung, dass diese Erdäpfelveredelungen bei mir auf dem Teller doch genauso gut "potato edges" oder scherzeshalber gar "potato corners" heißen könnten.

"Du isst potato wedges?? Ich kenn nur wedgies."

Potato wedgies also... naja. Auch wenn wahrscheinlich niemand in dem Bistro unser Gespräch verstanden hat, werden die Deutschen bei allen Anwesenden jetzt wohl als extrem lustiges Volk gelten, denn wer sich beim Anblick von stärkehaltiger Nahrung so dermaßen vor Lachen vom Hocker wirft, der muss einfach einen exquisiten Humor haben.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Ampel-Jackpot

So, ich bin angekommen! :) Und als allererstes gibts an dieser Stelle ein ganz, ganz dickes Dankeschön an meinen Pa, ohne dessen Unterstützung diese ganze Neuseeland-Unternehmung gar nicht möglich wäre. Danke!

Die 28 Stunden Reisezeit waren absolut problemlos. In Hamburg startete alles pünklich, in London ging es (trotz einiger Schwarzseher, die mir im Vorfeld das totale Chaos vorhergesagt haben) optimal weiter, in Hongkong hatte ich sogar noch ein wenig Zeit zum Entspannen und gute 20 im Flugzeug geschaute Filme später waren wir auch schon da. 13° und leichter Regen aber naja, ist ja auch "Winter" hier im Moment.
Apropos Jahreszeiten; hier ist sowieso irgendwie alles verdreht im Vergleich zu Deutschland: Im Sommer ist Winter, im Winter ist Sommer, es gibt ein Linksfahrgebot (wird ja in D auch ab und an mal praktiziert ^^ ) und ein Linksüberholverbot, das Wasser fließt andersrum ab (wenn mir jemand sagt, wie rum es in D abfließt, werde ich das mal im Praxistest verifizieren!) und die Asiaten sind auf einmal in der Überzahl. Multikulti ist hier die Devise... einige Maori-Nachkommen konnte ich auch schon identifizieren.

Nachdem die viel zu schweren Taschen (spontane Umräumaktion am Flughafen HAM!) im Hostel abgeladen waren, habe ich mich noch auf den Weg gemacht, Auckland einer ersten vorsichtigen Beschnupperung zu unterziehen. Leider kam mir dann doch leichter Schauer dazwischen. Daher beschränkt sich der erste Eindruck auf Folgendes: Ihr kennt doch alle diese Knackgeräusche, die deutsche Ampeln machen, damit Hörgeschädigte sich daran orientieren können. Die Ampeln in Auckland machen statt dieses Knackens ein nettes "pling"... aber auch nur, wenn rot ist. Wenn grün wird, gehts soundmäßig dann völlig ab! Bei meiner ersten Kreuzung hab ich mich - als dann grün wurde - reflexartig nach einer Spielhalle umgesehen, in der alle Geldspielautomaten auf einmal den Jackpot ausspucken "plingplong-dingdingdong-klingel". Trotzdem gehen viele Auckländer über rot, versteh das mal einer.
Auf der anschließenden Suche nach einem Café mit kostenlosem WLan musste ich allerdings feststellen, dass sich sowas hier noch nicht wirklich als Standard eingebürgert hat. Immerhin habe ich dann im Esquires (Achtung Schleichwerbung! ...die heiße Schoki war aber auch zu lecker) zur Bestellung noch eine Stunde kabellosen Surfen hinzubekommen, immerhin.

Für heute abend heißt es, trotz totaler Übermüdung noch ein wenig durchzuhalten, um dem Jetlag morgen nicht zu viel Futter zu geben... und dann gehts weiter...