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Samstag, 30. August 2008

Rumtreiber

Nachdem die letzten Tage mit Organisatorischem und Ärgerlichem vergeudet wurden, was es wieder Zeit, aus der Stadt heraus zu kommen. Also wurden diesen Dienstag tagsüber CVs in der hiesigen Mall verteilt, um abends dann pünktlich zum Sonnenuntergang am Strand von Muriwai zu sein. Das ist genau die gleiche Ecke wie Karekare Beach und Piha Beach nur etwas weiter nördlich.
Leider war der Weg dahin nicht ganz so einfach wie geplant, also wurde der Sonnenuntergang knapp verpasst. Was aber auch nicht weiter wild war, da es mittlerweile eh ziemlich zugezogen war, was der ganzen Landschaft einen ziemlich wilden Eindruck verlieh. Das Meer war unruhig und am Strand lagen noch allerlei Baumreste vom letzten Sturm herum, der die Nordinsel vor ca. zwei Wochen heimgesucht hatte. (Hier in Auckland sind dabei sogar zwei Leute ums Leben gekommen.) Gruselig waren auch die bis zu zehn Meter langen Wurzelreste von Pflanzen am Ufer, die ihre erdigen Finger nach der See ausstreckten.






Zum Zeitpunkt der letzten beiden Fotos (s.u.) war es praktisch schon stockduster und der Meeresspiegel war beachtlich angestiegen, so dass an einen Rückweg über den Strand (so war ich dorthin gekommen) nicht mehr zu denken war. Es folgte also eine kleine nächtliche Klettertour über diese schwarzen Steine samt Fotoequipment und ein ausführlicher Umweg zum unbeleuchteten "Parkplatz" am Strand.
Wenn man sich das letzte Foto mal in Groß anschaut, kann man links an der Küstenlinie (dort, wo das Gras aufhört) eine Person erkennen, was mich beim Bearbeiten der Fotos ziemlich erschreckt hat, da ich eigentlich der Meinung war, auf einem absolut verlassenen Strand zu sein. Wer weiß, wer sich an dem Abend noch so alles dort herumgetrieben hat...



Sonntag, 17. August 2008

Das verschwundene Piano

Spätestens seit den Herr der Ringe Filmen ist nicht ganz unbekannt, dass Neuseeland öfter mal als Drehort für cinematische Bemühungen herhalten muss. Auch wenn die Landschaften bei HdR nachträglich am Computer so stark verändert wurden, dass man angeblich eh nichts wiedererkennt. Mal sehen, ob ich das noch nachprüfen kann, denn bisher hatte ich noch nicht die Gelegenheit, einen der Drehorte zu sehen. Etwa zwei Stunden von Auckland entfernt kann man wohl noch die Hobbitbehausungen besichtigen, die als einzige Gebäude des Filmsets stehengelassen wurden, um die Farmer, die das Land besitzen, auf ganz ungewöhnliche Weise reich zu machen. Vielleicht müssen die Alexander Brüder ihre 13.000 Schafe jetzt nicht mehr alle selbst scheren, wer weiß.
Ich schweife ab, denn etwas weniger bekannt ist, dass z.B. Teile von "Last Samurai" (Ihr wisst schon, dieser epochale Schinken mit dem früheren Mr. Mission Impossible) auch in Neuseeland entstanden sind. Ursprünglich deswegen, weil der Vulkan Taranaki wohl so ähnlich aussieht wie der Fujiyama und im Film für ganze drei Sekunden als Ersatz im Hintergrund herhalten muss.
Nur ein paar hundert Kilometer weiter stehen übrigens schon die Vulkane Mount Ngauruhoe und Mount Ruapehu, die beide für den Schicksalsberg (oder Mt. Doom i.O.) Modell standen. Egal, die schaue ich mir ein ander mal an.
"King Kong" entstand in Teilen ebenfalls in Neuseeland, genauso wie die überaus grandiosen Fernsehserien "Xena" und "Hercules".
Wer eher auf Filme steht, die auch inhaltlich was mit Neuseeland zu tun haben, der kann sich an "Whale Rider" herantrauen oder sich - und damit hätten wir den Bogen zum heutigen eigentlichen Thema fast geschafft - "Das Piano" reinziehen. Der Film um besagtes Tasteninstrument wurde nämlich u.a. an einem Strand gedreht, der hier ganz in der Nähe ist. Eine halbe Stunde mit dem Auto raus aus Auckland und schon ist man am Karekare Beach, welcher praktisch direkt neben Piha Beach liegt. Diesmal hatte ich auch nur anfangs ein paar fiese Wolken, der restliche Tag war wunderbar sonnig. Zwar nicht ganz optimal, um das orginal Filmplakat von "Das Piano" nachzustellen, aber ich hab trotzdem mal einen Versuch gewagt.

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Den Vordergrund hab ich mal ganz bewusst weggelassen, denn erstens hatte ich kein Model mit den richtigen Klamotten dabei, zweitens würde es eine solche Verrenkung im weißen Kleid wohl kaum überleben und drittens... naja, wer hat schon immer ein ausgewachsenes Piano im Kofferraum. ;)



Samstag, 2. August 2008

Verschwundene Löwenköpfe

Seit zwei Wochen spielt hier das Wetter verrückt. Kalt, Regen, dunkel. Ja, ja, ich weiß, in Deutschland ist gerade die Hitzewelle ausgebrochen... über das Wetter sprechen wir im Dezember wieder, vielleicht hab ich da bessere Karten. :D

Entsprechend begrenzt ist auch die Unternehmungslust, Fotos machen im Regen macht einfach nicht sooo richtig Spaß. Also grabe ich heute mal in "alten" Beständen: Vor zwei Wochen (kurz vor dem BBQ) stand ein kleiner Abstecher zum Piha Beach (schwarzer Sand!!) an. Nur eine halbe Stunde mit dem Auto von Auckland aus findet man den kleinen Ort Piha (Westküste Neuseelands), der sich nur um den Strand herum aufbaut. Zwei Surfläden, ein Gemischtwarenladen, ein Café, ein Imbiss und ein paar Campingplätze, das wars. (Nein, ich bin da nicht mit der Checkliste rumgerannt, steht so im Reiseführer.) ;)
Reicht aber eigentlich auch, denn Piha ist so eine Art Insider Tipp für Surfer, gerade weil es hier außer tollem Strand und meterhohen Wellen nun mal nichts gibt. Zum Surfen war es an dem Tag fast noch zu kalt, ein Surfer gerade mal traute sich in die Fluten... und das auch nur für ein paar Minuten. In ein paar Monaten sieht das hier anders aus: Diverse Surfwettbewerbe gibt es und sogar ein Pferderennen am Strand. Ich machte mir also ein Lesezeichen in den Reiseführer für später.

Piha Beach wird dominiert vom Lion Rock (101 m), der angeblich wie ein Löwenkopf aussehen soll, aber nach der halben Umrundung, die möglich ist, sah das Ding noch immer nicht mehr nach Löwe aus als am Anfang. Also kletterte ich lieber hoch und genoss die Aussicht.


Nur fünf Minuten entfernt vom Piha Beach liegt übrigens Karekare Beach. Dort wurden einige Szenen des Films "Das Piano" gedreht. Das hebe ich mir aber für einen sonnigen Tag auf.